Liebe Leserinnen und Leser,

Katzenbesitzer können meist ein Lied davon singen: kaum hat man eine Futtersorte oder Geschmacksrichtung gefunden, die der Katze schmeckt, schon lehnt sie es auch wieder ab. Oder: sie frisst nur das gewohnte Futter und lässt sich durch nichts davon abbringen. Nur wenige Katzen sind Allesfresser – also Tiere, die wahlweise Nassfutter, Trockenfutter, Leckerlis, Milch, Tischabfälle usw. fressen. Meist hat sich die Katze auf eine Richtung festgelegt und bleibt auch dabei. Die Prägung in der Kitten- und Jugendphase hat hierauf einen grundlegenden Einfluss.

Futterart entscheidet über Umstellungsdauer

Neben dem Geruch, der für die Katze stimmen muss, ist auch der Geschmack und vor allem die Konsistenz des Futters wichtig. Die Katze kann mit ihrer Zunge genau erfühlen, was sie im Maul hat. Wenn sie nun viele Jahre an eckige und feste Trockenfutterteile gewöhnt ist, wird sie alles Weiche und Flüssige zunächst ablehnen.

Manche Katzen neigen dazu, ihr Futter regelrecht zu schlingen, andere fressen gemächlich mehrmals am Tag einen kleinen Happen und wieder andere sind mit zwei Mahlzeiten am Tag, die sie zügig aufnehmen, zufrieden. Katzen, die an Nassfutter gewöhnt sind, sind grundsätzlich leichter auf BARF umzustellen, als Katzen, die ausschließlich Trockenfutter fressen. Katzen, die bereits hin und wieder einen Happen rohes Fleisch bekommen oder Freigänger sind und somit Mäuse fangen, haben die besten Voraussetzungen, rasch umgewöhnt zu werden.

Die Umstellung auf die Rohfleischfütterung mit Fix-BARF® nimmt unterschiedlich viel Zeit in Anspruch. Von wenigen Tagen bis hin zu drei Monaten oder länger – alles ist möglich. Und es muss auch gesagt werden, dass es Katzen gibt, die die Rohfütterung dauerhaft verweigern. Dies ist jedoch die absolute Ausnahme und kommt meist bei Katzen vor, die von klein auf ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert worden sind.

Katzen an rohes Fleisch gewöhnen

Es hat sich bewährt, vor der eigentlichen Umstellung zunächst die Katze an rohes Fleisch zu gewöhnen. Da auch hier die Geschmäcker unterschiedlich sind, kann es manchmal etwas dauern, ehe man eine Fleischsorte oder -art gefunden hat, die die Katze annimmt. Denkbar ist Hühnerfleisch, Rindfleisch, Schaf- oder Ziegenfleisch, Pferdefleisch und anderes. Versuche es auch mit Innereien wie Mägen, Herzen oder Leber. Du kannst bis zu 20 % des Tagesbedarfs an Nahrung mit rohem und ohne Supplemente versetztem Fleisch ersetzen. Die Zufütterung des gewohnten Katzenfutters gewährleistet immer noch eine ausreichende Nährstoffversorgung.

Bei Katzen, die bisher nur an Trockenfutter gewöhnt sind, kann die Umstellung mitunter ein wenig länger dauern. Zunächst muss sich das Tier erst einmal an die feuchte Konsistenz gewöhnen. Gib dafür einfach Mahlzeit für Mahlzeit etwas mehr Wasser ins Trockenfutter. Wenn die Katze das nasse Futter frisst, kannst du auf ein hochwertiges Nassfutter mit viel Fleischanteil umstellen. Auch hier solltest du wieder mit viel Geduld ein Löffelchen mehr pro Mahlzeit im Austausch mit dem neuen Futter geben. Es hat sich auch bewährt, das gewohnte Trockenfutter ganz fein zu mörsern und über das neue Futter zu geben, damit die Katzen zunächst den gewohnten Geruch in ihre Nase bekommen.

Begleiterscheinungen bei der Futterumstellung

Ab und zu kommt es bei der Umstellung – das lässt sich leider nicht immer vermeiden – auch zu Verdauungsstörungen mit Durchfall oder Erbrechen. Sehr hilfreich hat sich an dieser Stelle die Gabe von natürlichen Darmbakterien in Pulverform erwiesen. Der Darm ist zum Teil schon mehrere Jahre an eine bestimmte Nahrung angepasst. Es braucht seine Zeit, ehe sich der Organismus an die neue Ernährung gewöhnt hat und sich Magen- und Darmmilieu umgestellt haben. Auch die Bauchspeicheldrüse, die häufig viele Jahre lang unterfordert war durch eine kohlenhydratlastige Ernährung, muss sich erst wieder an die höheren Fettmengen gewöhnen, die in den BARF-Mahlzeiten enthalten sind. Lasse deiner Katze diese Zeit, verlangsame falls nötig auch den Umstellungsprozess.

 

Tipps und Tricks zur Umstellung – aus den Erfahrungen von Katzenhaltern zusammengetragen

 

Fleisch als Spielzeug

Katzen spielen nach dem Fang oft noch längere Zeit mit ihrer Beute. Imitiere dieses Spiel, binde etwas Fleisch an eine Schnur und lasse es die Katze fangen. Fleisch kann jederzeit auch als Belohnung oder neues Leckerli eingesetzt werden, die Katzen reagieren schnell darauf.

Psychologische Tricks

Nutze die Neugier der Katze und lasse das Fleisch scheinbar unbeabsichtigt fallen. Oder stelle ein Tellerchen mit Fleisch in die Nähe der Futterstelle deiner Katze und verbiete ihr konsequent, dass sie an den Teller geht. Sie wird – wenn du Glück hast – innerhalb kürzester Zeit darum kämpfen, an dieses Futter zu kommen. Das funktioniert noch besser, wenn zwei Katzen im Haushalt leben und eine darf davon fressen und die andere, die noch umgestellt wird, nicht.

 

Tipps und Tricks zur Umgewöhnung

  • serviere das Fleisch mal anders: paniere die Fleischstückchen z.B. mit zermörserten Leckerlis oder Trockenfutter oder streue das Pulver über das Futter
  • überbrühe das Fleisch kurz mit ein wenig kochendem Wasser. Du kannst auch die gesamte Rohfleischmahlzeit zunächst leicht dünsten. Die Akzeptanz ist oft höher, weil durch den Garprozess mehr Geschmacks- und Geruchsstoffe freigesetzt werden. Nach und nach verringerst du die Garzeit, bis es nur noch das komplett rohe Fleisch für deine Katze gibt
  • wenn du das Fleisch nach dem Auftauen aus dem Kühlschrank nimmst, dann gib etwas warmes Wasser (max. 60 Grad) dazu, damit die Mahlzeit auf Zimmertemperatur kommt, auch das erhöht die Akzeptanz
  • du kannst das rohe Fleisch auch in ganz kleinen Stückchen (oder als Hack) unter das gewohnte Futter (manchmal sind hier „homöopathische“ Dosierungen notwendig!) mischen. Erhöhe mit jeder Mahlzeit den Anteil an rohem Fleisch bzw. Fix-BARF in dem Futter deiner Katze
  • vermischen das geschnittene oder gewolfte Fleisch mit begehrten Zutaten wie Käse, Eigelb, Joghurt, Quark oder Butter – auch Fleisch mit Sahnehäubchen ist erlaubt.

Geduld ist bei der Futterumstellung entscheidend

Besonders bei Katzen, die sehr mäkelig sind, ist die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen der Umstellung auf Rohfleisch in jedem Fall Geduld. Wenn du auf konsequenten Widerstand bei deiner Katze triffst, gehe einen oder zwei Schritte zurück und beginne wieder an der Stelle, an der die Fütterung bereits gut funktioniert hat. Bleib geduldig und hartnäckig! Die Katze ist ein Gewohnheitstier und bemerkt schnell, wenn du nachgiebig wirst.

Häufig wird zunächst eine Mahlzeit am Tag auf die neue Fütterung umgestellt und zur anderen Mahlzeit wird das gewohnte Futter angeboten. Manchmal ist es unumgänglich, dass Trockenfutter zusammen mit Nass- oder Rohfleischfutter während der Umstellung angeboten wird. Beschränke diese Zeit soweit wie möglich. Im Idealfall werden die einzelnen Futtersorten nur vorübergehend zusammen gefüttert. Solltest du abwechseln zwischen einer Mahlzeit mit dem bisherigen Futter und der Rohfleischmahlzeit, so ist es besser, wenn etwa vier bis sechs Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten liegen, damit sich der Magen-Darm-Trakt wieder umstellen kann.

Nicht immer klappt eine Futterumstellung bei Katzen

Trotz aller Bemühungen kann es manchmal sein, dass es nicht möglich ist, eine Katze auf eine Ernährung nach der BARF-Methode umzustellen. Zum einen liegt das häufig an den bisherigen Fressgewohnheiten und Prägungen, die sich nicht mehr umgewöhnen lassen. Zum anderen reagieren die Katzen eventuell mit Aggression auf deine Überredungsversuche oder verweigern das Futter komplett. Beides sind Gründe für das Einstellen der Maßnahmen. Es macht keinen Sinn, ein Tier mit Gewalt an ein neues Futter zu gewöhnen. 

Eine längerfristige Nahrungsverweigerung über mehr als 24 - 48 Stunden kann vor allem bei übergewichtigen Katzen bereits zu Leberschäden führen. Du kannst deiner Katze alternativ Fix-BAF® anbieten, dabei handelt es sich um Fix-BARF®-basic-Menüs, die schonend gegart und in Dosen abgefüllt wurden.  

In aller Regel werden jedoch 95 % aller Katzen erfolgreich auf die Rohfleischfütterung umgestellt. Es gibt auch Katzen, die vom ersten Augenblick an die neue Nahrung annehmen, als hätten sie nie etwas anderes gefressen.

Und nun noch ein kleiner Tipp von mir: wenn du nicht gewährleisten kannst, dass du regelmäßig für die Zubereitung der BARF-Mahlzeiten ausreichend Zeit zur Verfügung hast, solltest du dich ebenfalls dagegen entscheiden. Alternativ kannst du aber auch auf die von mir konzipierten Fix-BARF-Menüs zurückgreifen. Dies sind Rohfleischmahlzeiten, die wie hausgemacht sind und deine Katze mit allen Nährstoffen versorgen, die sie für ein gesundes Leben braucht. Als Alleinfutter kannst du diese Menüs dauerhaft füttern, für eine ausgewogene Ernährung empfehle ich die Fütterung von zwei bis drei Menüs im Wechsel.

 

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Futterumstellung und deiner Katze einen guten Appetit mit den neuen BARF-Mahlzeiten.

Deine Petra von Quillfeldt