Was bedeutet die 20-%-Regelung und kann ich sie anwenden?

Immer wieder gibt es kritische Stimmen zu der bis heute praktizierten 20-%-Regelung zur (Zu-)Fütterung von unsupplementiertem rohen Fleisch (= Fleisch ohne extra Nährstoffe) zur „normalen“ Ernährung der Katze. Bei dauerhafter Anwendung dieser Regel wird von einem möglichen Mangelzustand an Vitaminen und Mineralstoffen ausgegangen. Berechnet wird dabei der „fehlende“ Anteil der Nährstoffe aus den 20 % Rohfleisch. Meist wird hier allerdings der Nährstoffgehalt genau dieses Fleischanteils völlig außer Acht gelassen. Bei der Berechnung der Rezepte zur Rohfütterung werden zudem Nährstoffdaten aus großen Datenbanken verwendet.

Abhängig von Aufzucht, Alter, Herkunft, Haltung und Fütterung der Schlachttiere entstehen jedoch zum Teil große Abweichungen bei den einzelnen Nährstoffen. In den Kalkulatoren zur Rezeptberechnung der BARF-Mahlzeiten kann also jeweils immer nur ein Mittelwert herangezogen werden, es ist also nie ganz sicher, ob die Berechnungen auch wirklich stimmen oder z. B. nicht doch viel mehr oder weniger an Vitaminen oder Mineralien im Fleisch enthalten sind.

Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass in der industriell gefertigten Tiernahrung oft ein relativer Überschuss an Nährstoffen zugefügt ist, um ganz sicherzustellen, dass am Ende des Verarbeitungsprozesses noch „ausreichend“ Nährstoffe im Futter enthalten sind. Einige Stoffe werden regelmäßig überdosiert, z. B. Vitamin A oder Jod. Außerdem sind die Angaben zu den Nährstoffbedarfen der Katze nur „Näherungswerte“, d. h. häufig werden sie – mangels genauer Untersuchungen – von anderen Säugetieren „heruntergerechnet“ auf das Körpergewicht der Katze. Weiter wird in Laboratorien untersucht, bei welcher Wirkstoffmenge tatsächliche Mangelzustände entstehen.

Das ist dann der Minimalbedarf. Die empfohlene Zufuhr wird dann aber meist wieder an Durchschnittswerten festgemacht. Ein Beispiel: Taurin Nach wissenschaftlichen Untersuchungen benötigt die Katze mindestens 30 mg Taurin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Angaben über die empfohlene Tagesdosis liegen bei 50 bzw. 60 mg. Ausgehend von einer 4-Kilogramm-Katze benötigt dieses Tier also mindestens 120 mg Taurin täglich, empfohlen sind 200 240 mg. Bei einer Zuführung von 20 % unsupplementiertem Fleisch erhält die Katze ca. 160-190 mg Taurin pro Tag – immer noch deutlich mehr als der Mindestbedarf.

Wenn die 20 % Rohfleisch nun auch noch aus dunklem Putenfleisch und/oder Hühnerherzen bestehen, bleibt die Rechnung unter Umständen die alte! Obwohl auf Dauer ausgewogen und voll supplementiert werden sollte, ist in der Übergangsphase ohne Weiteres auch eine zeitweise Fütterung mit reinem Fleisch möglich. Wichtig ist, dass abwechslungsreich gefüttert wird!

FixBARF®
 
*Alle Preise inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten.