Liebe Leserinnen und Leser,

werfen wir zunächst einen Blick auf das industriell hergestellte Katzenfutter. Wir finden in den Regalen Unmengen an unterschiedlichsten Futtersorten.
Die Preisunterschiede sind zum Teil enorm: Ein 80-g-Döschen kann schon mal knapp 2 Euro kosten.
Dabei ist, wie wir später sehen werden, der Preis kein Kriterium für qualitativ hochwertiges Futter.

Die Deklarationsmöglichkeiten für Tiernahrung sind so breit gefasst, dass der Tierhalter unmöglich herauslesen kann, um welche Inhaltsstoffe es sich handelt.
Es finden sich z. B. folgende Inhaltsstoffe auf der Dose oder Packung angegeben:

• Fleisch und tierische Nebenerzeugnissec
• Fischerzeugnisse
• Fleischhydrolysat
• Fisch- und Fleischmehle, z. B. Hühnerfleischmehl oder Hühnermehl
• Ei und Eierzeugnisse
• Getreide, Zellulose, Cerealien, Kleie, Kleber, Bäckereierzeugnisse usw.
• Pflanzliche Nebenerzeugnisse
• Pflanzliche Eiweißextrakte, Pflanzenproteine
• Öle und Fette

Oligosaccharide MOS/FOS und andere Zucker wie Dextrose oder Karamell Konservierungs- und Farbstoffe, Geschmacksverstärker (häufig Zucker) Rübenschnitzel, Leinsamen, Preiselbeeren, Blaubeeren Muschelfleisch, Ringelblumenblüten, Yucca-Extrakt, Luzerne, Karotten, Erbsen, Kräuter (Oregano, Basilikum, Thymian usw.) Äpfel, Cranberries, Preiselbeeren, Tomaten, … und vieles mehr!

In dem folgenden Auszug aus der EU-Verordnung wird klar, um welche Art von Fleisch es sich bei der Verwendung des Begriffs „tierische Nebenerzeugnisse“ handelt.

!B VERORDNUNG (EG) Nr. 1774/2002 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom
3. Oktober 2002 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte

(ABl. L 273 vom 10.10.2002, S. 1)

ZUSAMMENFASSUNG
Tierische Nebenprodukte werden definiert als ganze Tierkörper, Tierkörperteile oder Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, einschließlich Eizellen, Embryonen und Samen. Es handelt sich dabei um mehr als 15 Millionen Tonnen Fleisch, Milcherzeugnisse und andere Erzeugnisse einschließlich Gülle. Dieses Material wird dann vernichtet oder verarbeitet und in vielen Bereichen einschließlich der Kosmetik- oder Pharmaindustrie sowie zu anderen technischen Zwecken wieder verwendet.

EINTEILUNG TIERISCHER NEBENPRODUKTE
Material der Kategorie 3
Material der Kategorie 3 umfasst folgende tierische Nebenprodukte:

  • Schlachtkörperteile, die genusstauglich sind, jedoch aus kommerziellen Gründen nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind; 
  • Schlachtkörperteile, die als genussuntauglich abgelehnt werden, die jedoch keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit aufweisen; 
  • Häute, Hufe und Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren, die nach einer Schlachttieruntersuchung,
    auf Grund derer sie für die Schlachtung zum menschlichen Verzehr geeignet sind, in einem Schlachthof geschlachtet werden; 
  • Blut von anderen Tieren als Wiederkäuern, die nach einer Schlachttieruntersuchung, auf Grund derer sie für die Schlachtung zum menschlichen Verzehr geeignet sind, in einem Schlachthof geschlachtet werden; 
  • tierische Nebenprodukte, die bei der Gewinnung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind, einschließlich entfetteter Knochen und Grieben; 
  • ehemalige Lebensmittel tierischen Ursprungs, außer Tisch- und Speiseabfällen,
    die aus kommerziellen Gründen oder auf Grund von Herstellungsproblemen oder Verpackungsmängeln nicht mehr für den menschlichen Verzehr bestimmt sind; 
  • Rohmilch von Tieren, die keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit aufweisen; 
  • Fische oder andere Meerestiere, ausgenommen Meeressäugetiere, die auf offener See für die Fischmehlherstellung gefangen wurden sowie bei der Verarbeitung von Fisch anfallende frische Nebenprodukte aus Betrieben, die Fischerzeugnisse für den menschlichen Verzehr herstellen; 
  • Schalen von Tiereiern, die keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit aufweisen; 
  • Blut, Häute, Hufe, Federn, Wolle, Hörner, Haare und Pelze von gesunden Tieren; 
  • andere Küchen- und Speiseabfälle als zur Kategorie 1 zählende (Küchen- und Speiseabfälle von Beförderungsmitteln im grenzüberschreitenden Verkehr) Material der Kategorie 3 darf nur in zugelassenen Zwischenbehandlungsbetrieben für Material der Kategorie 3 zwischenbehandelt oder zwischengelagert werden. Dieses Material ist unverzüglich abzuholen, abzutransportieren, zu kennzeichnen und: 
  • durch Verbrennen in einer zugelassenen Verbrennungsanlage direkt als Abfall zu beseitigen; 
  • als Rohstoff in einem zugelassenen Heimtierfutterbetrieb zu verwenden; 
  • in einem zugelassenen Verarbeitungsbetrieb nach einer speziellen Verarbeitungsmethode zu verarbeiten, in einer technischen Anlage aufzubereiten oder in einer Biogas- oder Kompostieranlage zu verarbeiten; 
  • im Fall von Küchen- und Speiseabfällen in einer Biogasanlage zu verarbeiten oder zu kompostieren; 
  • im Fall von Fischmaterial zu silieren oder zu kompostieren. 


Neben diesem Fleisch der Lebensmittelkategorie 3 gibt es die Einteilungen der Kategorien 1 und 2, welche die Verwendung von Fleisch aus Tierbeständen mit Seuchen und anderen Krankheiten sowie über die Verwendung von Fleisch aus der Tierkörperverwertung bestimmen. In der Kategorie 3 handelt es sich um Fleisch und Nebenprodukte aus der Schlachtung von Tieren, die für den menschlichen Bedarf zugelassen sind. Tierische Nebenprodukte können sehr wohl hochwertige Zutaten sein, z. B. Innereien wie Leber oder Magen, dann sind sie aber in der Regel gesondert auf dem Etikett vermerkt, denn der Hersteller wirbt damit für sein qualitativ hochwertiges Fleisch. Im anderen Fall kann der Verbraucher nicht nachvollziehen, wie hoch der Anteil an Klauen, Federn oder Darm und Blase mit Inhalt im gekauften Tierfutter ist. Und hierbei handelt es sich keinesfalls um „gute“ Nebenprodukte, auch wenn die Tierfuttermittel-Industrie damit wirbt, dass die Haustiere ja auch in der Natur das komplette Tier fressen und nicht nur das Fleisch. Stimmt. Aber: Die Menge macht den Unterschied!

In vielen Katzenfuttern ist der Anteil an Getreide sehr hoch, in Trockenfutter finden wir bis zu 60 %! Obwohl die Katze aufgeschlossene Kohlenhydrate auch in höherer Menge toleriert, ist es für die Verdauung und die Organe eine zusätzliche Belastung, denn diese sind dafür nicht ausgestattet, es fehlen die notwendigen Enzyme zur Aufschlüsselung der Kohlenhydrate fast gänzlich. Ebenso sind die organischen Voraussetzungen und Stoffwechselvorgänge speziell für eine hohe Proteinverwertung ausgelegt. Auch wenn sie hohe Mengen an aufgeschlossenen Kohlenhydraten (etwa 35 % in der Trockensubstanz, es gibt unterschiedliche Angaben) verdauen, bedeutet dies nicht im Umkehrschluss, dass es für sie gesund ist. Die Organe werden übermäßig belastet und im Gegenzug ist die Zufuhr von tierischen Proteinen dadurch zu gering, um den Bedarf an Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen sicherstellen.

So entstehen Diabetes, Bauchspeicheldrüsenprobleme, Magen-Darm-Probleme, Allergien, Übergewicht und und und. Hinter der Angabe „Getreide“ können sich alle denkbaren Getreidesorten oder auch Mischungen daraus verbergen. Häufig werden Mais- und Sojaprodukte eingesetzt, die nach neueren Untersuchungen Allergieauslöser Nr. 1 sind für Katzen, die an einer Nahrungsmittelallergie leiden!

Zucker ist ein probates Mittel zur Geschmacksverstärkung und um die Farbe des gekochten Fleisches (nach dem Garprozess gerne grau – mit Karamell wird es wieder schön braun) zu schönen. Zucker hat viele Namen: Saccharose, Dextrose, Traubenzucker, Fructose, Melasse, Rübenschnitzel, Glukose, Karamell, Zellulose, Maltose – das und mehr Bezeichnungen finden sich in den Deklarationen. Es kann aber auch nur stehen: Bäckereinebenerzeugnis – hierbei handelt es sich unter anderem um süße Backwaren, der Zuckeranteil muss nicht mehr extra deklariert werden.

Als pflanzliche Nebenerzeugnisse landen leider sehr häufig Abfälle der Industrie im Futter. Beispielsweise sind Erdnussschalen ein gern verwendeter pflanzlicher Stoff. Daneben landet Zellulose unbekannten Ursprungs (z.B. aus Holzabfällen/Baumwolle) im Futter, auch Stroh wird mitunter beigemengt. Außerdem kommen Abfälle aus Brauereibetrieben oder der Stärkegewinnung (z.B. Maiskleber(mehl)) im Katzenfutter. All das kann zu Allergien führen oder diese verschlimmern. Viele der Inhaltsstoffe verursachen Magen-Darm-Störungen in Form von Schmerzen, Blähungen und Durchfall.

Öle und Fette, die in der Futtermittelherstellung verwendet werden, sind oft nicht die reinen Fette, so wie wir sie kennen. Es sind vielmehr häufig Abfallfette, z. B. altes Frittierfett und andere Altölreste der Lebensmittelindustrie, die verarbeitet werden. Sie werden zunächst, wie gesetzlich vorgesehen, zur technischen Verarbeitung weitergegeben, dort werden die Fettsäuren isoliert und gelangen so wieder in den Kreislauf der Tierfutterherstellung. Neben den genannten Zutaten gibt es noch unzählige Zusatzstoffe an Mineralien, Vitaminen, Konservierungs- und Farbstoffen, Geschmacksverstärker, Aromen, Fettsäuren usw., in den überwiegenden Fällen in Form von chemischen Zusätzen.

Während im Nassfutter noch ein Wasseranteil von 70 bis 80 % vorhanden ist, sieht die Lage beim Trockenfutter schon ganz anders aus, 8 bis 10 % sind hier die Regel. Auf Dauer hat dies gravierende Folgen für Nieren, Harnwege und das Herz-Kreislauf-System. Katzen nehmen bei Trockenfutter-Fütterung nie zusätzlich die notwendige Wassermenge auf, denn sie scheinen kein natürliches Durstgefühl zu haben, so wie wir Menschen es kennen. Die Katze ist also permanent dehydriert. Der Urin wird in Folge noch mehr konzentriert, die Ausscheidung von Giftstoffen wird verschlechtert, die Nierenfunktion leidet deutlich, die Nährstoffaufnahme im Darm funktioniert nicht richtig und häufig haben die Katzen Verstopfung mit sehr hartem Kot und regelmäßig treten nach längerer Fütterung mit Trockenfutter Steinleiden auf. Eine 4 Kilogramm schwere Katze müsste bei Fütterung mit Trockenfutter etwa 200 bis 250 ml Wasser am Tag zu sich nehmen – wer sah schon mal eine Katze eine solch große Menge Wasser trinken, außer wenn sie Diabetes hat?

Und damit nicht genug: Selbst die Nährstoffe, die für die Katze in den natürlichen Bestandteilen des Futters noch verwertbar wären, werden größtenteils durch Herstellungsprozesse wie Erhitzen auf 180 °C, durch Zerlegung der Einzelkomponenten in die jeweiligen Bestandteile, durch Hydrolyse (chemische Reaktion mit Wasser), durch Zugaben von Konservierungsstoffen und anderen „Hilfsmitteln“ zerstört.

Ganz besonders schwierig wird es dann für Katzenbesitzer, wenn ihr Tier chronisch krank ist, z.B. an einer Niereninsuffizienz, einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Allergie leidet. In der Regel bekommen Sie vom Tierarzt eine spezielle Diätnahrung dafür „verordnet“ – oftmals in Form von Trockenfutter.

Schauen wir uns einmal solche Diätnahrungen der größten Diätfuttermittelhersteller in Deutschland an:

Nassfutter:

Diätfuttermittel bei Diabetes:
Zusammensetzung
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Schwein, Geflügel), Maismehl, Lignosellulose, Fischöl, Mineralstoffe, Geliermittel, Taurin, Tagetesblütenmehl (Quelle von Lutein), L-Carnitin, Vitamine.
Zusatzstoffe
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe:
Vitamin D3 (220 IE/kg), Eisen (3,5 mg/kg), Jod (0,1 mg/kg), Kupfer (0,9 mg/kg), Mangan (1 mg/kg), Zink (11 mg/kg).

Beurteilung: Fleisch und tierische Nebenprodukte sind in nicht definierter Menge und Art enthalten. Das bedeutet im Umkehrschluss – es können fast ausschließlich Nebenprodukte enthalten sein. Dass diese nicht näher deklariert sind, ist ein Hinweis darauf, dass hier eher minderwertige Nebenprodukte verwendet worden sind. Maismehl bei Diabetes !? = Kohlenhydrate bei Zuckererkrankung! Lignosezellulose ist Holzzellulose. Fischöl und Mineralstoffe sind nicht näher angegeben. Geliermittel ist ebenfalls nicht näher definiert.

FAZIT: Obwohl es sich um ein Futtermittel für Diabetiker-Katzen handelt wurden hier sehr viel Kohlenhydrate (an zweiter Stelle deklariert nach Fleisch- und Nebenerzeugnissen) verwendet. Bei einer Diät für Diabetikerkatzen ist das grundsätzlich kontraindiziert! Holzzellulose ist ebenfalls ein Kohlenhydrat im weitesten Sinne und beim Fischöl gibt es keine Hinweise auf Herkunft und Menge. Persönlich würde ich ein solches Futter bei vorliegender Diabetes nicht empfehlen!

Spezialdiät für Katzen, bei Nierenproblemen,
mit reduziertem Eiweiß-, Phosphor- & Calciumgehalt, zur Vorbeugung von Oxalatkristallen mit Kalciumcitrat, mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen

Analytische Bestandteile
Zusammensetzung
Huhn:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 21% Huhn), Öle und Fette, Fisch und Fischnebenerzeugnisse, Getreide, Mineralstoffe (0,17% Kaliumcitrat), Hefen.
Proteinquellen: Huhn, Leber, Lamm, Fisch.

Beurteilung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse sind nicht näher definiert (u.a. 21 % Huhn) bedeutet bei weitem nicht, dass 21 % Hühnerfleisch enthalten sind! Es bedeutet lediglich, dass 21 % vom Huhn stammen – um was für Nebenprodukte auch immer es sich dabei handelt…Öle und Fette - unklar in der Herkunft. Nochmal Nebenerzeugnisse vom Fisch und Getreide!

FAZIT: Der Hersteller wirbt mit einer Nierendiät, die eiweiß- und phosphor + calciumreduziert ist. Dazu gibt er an, dass diese Diät sowohl bei Nierenerkrankungen als auch als Vorbeugung bei Oxalsteinen gefüttert werden kann. Zum einen ist es mittlerweile mehr als umstritten, den Eiweißgehalt in Nierendiäten zu senken. Die Katze als Karnivor ist unabdingbar auf die kontinuierliche Zufuhr von ausreichend Eiweiß angewiesen. Die Glukoneogenese der Katze benötigt zur Energiegewinnung Fett und Eiweiß – ganz im Gegensatz zum Menschen oder zum Hund – dort werden überwiegend Fett und Kohlenhydrate verwendet. Wenn nun dieses Futter „nur“ zur Vorbeugung von Oxalsteinen eingesetzt wird, dann ist das in meinen Augen nicht vertretbar.

Trockenfutter:

Urinary – Diätfutter (bei Steinleiden)
Zusammensetzung
Geflügelprotein (getrocknet), Mais, Pflanzenproteinisolat*, Reis, Weizen, Tierfett, Lignozellulose, Maiskleberfutter, tierisches Protein (hydrolysiert), Maisfuttermehl, Mineralstoffe, Rübentrockenschnitzel, Hefe, Sojaöl, Fischöl, Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein).

Hier wird ein Trockenfutter (!) bei Steinleiden empfohlen. Was sagt Ihnen der Arzt, wenn Sie Probleme mit der Blase oder der Niere haben? Genau: Viel trinken! Trockenfutter (s.o.) entzieht der Katze aber die Flüssigkeit und keine Katze wird die notwendige Menge an Wasser freiwillig aufnehmen. Damit nicht genug. Das Futter besteht aus völlig veränderten Produkten, pflanzliche und tierische Proteine, die isoliert und verändert sind, Getreide, (Mais, Reis, Weizen), wieder Holzzellulose, Maisfuttermehl als minderwertiger Zusatz, Rübentrockenschnitzel als versteckter Zucker… Sie machen sich bitte selbst ein Bild daraus!

Diätfuttermittel Trockenfutter bei chronischer Niereninsuffizienz
Diätetisches Alleinfuttermittel für erwachsene Katzen
Speziell entwickelt für Tiere mit chronischer oder akuter Niereninsuffizienz oder mit Osteoarthrose bzw. Gelenkproblemen Lt. weiterer Beschreibung 21 % Huhn und Truthahn
Zusammensetzung
Getreide, pflanzliche Eiweißextrakte, Öle und Fette, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Eier und Eierzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe. Proteinquellen: Huhn- und Truthahnmehl, Maiskleber, Erbsenprotein, Trockenvollei.

Beurteilung: Wieder ein Trockenfutter bei Nierenerkrankung (!). Zuallererst stehen Getreide und pflanzliche Eiweiße. Öle und Fette unklarer Herkunft und Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse. In der Ergänzung zur Zusammensetzung wird erwähnt, dass die Proteinquelle kein hochwertiges Fleisch oder Innereinen darstellt, sondern Huhn- und Truthahnmehl. Kein Fleischmehl, sondern Mehl aus Nebenprodukten.

FAZIT: Die chronische Niereninsuffizienz zeichnet sich aus durch eine erhöhte Urinausscheidung und damit verbunden eine große Trinkmenge. Wenn nun Trockenfutter gegeben wird, wird das bei der NCI entstandene Defizit im Wasserhaushalt des Körpers weiter verschärft, die Tiere sind dehydriert und haben keine Möglichkeit, von sich aus diesen Zustand zu lösen. Das fehlende Wasser verschlimmert dabei zusätzlich die Situation in den Nieren. Jetzt kommen noch minderwertige Eiweißstoffe (weil pflanzlich, verändert oder aus minderwertigen Nebenprodukten) als Nahrung, so werden die Nieren dadurch nochmals mehr belastet. Die Folgen sind vorprogrammiert: Zunächst „verbessert“ sich anscheinend die Situation, weil weniger tierisches Eiweiß und damit weniger Phosphor zugeführt wird. ABER: Die minderwertigen Eiweißquellen führen zu einer Mehrbelastung von Stoffwechsel und Nieren, so dass die Nierenerkrankung unvermeidbar weiter fortschreitet.

Zum Trockenfutter:
Mehrfach schon habe ich nun erleben müssen, dass junge Tiere, die im Durchschnitt etwa 3 bis vier Jahre mit Trockenfutter gefüttert worden sind, an Struvit-Steinen leiden. Die Nahrungsumstellung ist oft schwierig, weil die jungen Katzen bereits geprägt sind auf dieses Futter.

Viele Katzen, die mit Trockenfutter gefüttert werden, erkranken bereits in jungen Jahren an chronischer Niereninsuffizienz. Ganz zu schweigen von den Katzen, die Allergien ausbilden, Schilddrüsenüberfunktionen oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen mit oder ohne Diabetes und aufgrund hoher Kohlenhydratanteile (Getreide) im Trockenfutter entwickeln.

Und nun zur Rohfütterung:
Immer noch gibt es viele kritische Stimmen zur Rohfütterung. Wenn wir aber jetzt wissen, was alles in industriellem Futter stecken kann (es gibt zumindest beim Nassfutter durchaus hochwertige und empfehlenswerte Futterangebote!), dann ist es ein leichtes, die Vorteile der Rohfleischfütterung zu sehen – sie liegen auf der Hand:

Vorteile der Rohfütterung:
Es wird Fleisch gefüttert ! Kein Getreide, keine Zusätze , keine veränderten Proteine, kein Zucker, keine Geschmacksstoffe, keine Farb- und Konservierungsstoffe etc. Gibt es ein besseres Argument, als die Katze als reinen (!) Carnivor mit dem zu füttern, was sie essentiell benötigt – Fleisch?

In der Natur frisst die Katze Mäuse (80 %), Ratten, Vögel, Echsen, junge Eichhörnchen und Kaninchen, Käfer, Larven, Insekten etc. Das können wir ihr nicht bieten, aber wir können so naturnah wie möglich füttern – mit rohem Fleisch und ausgewogenen Nährstoffmischungen, die der Nährstoffzusammensetzung in der natürlichen Ernährung nahe kommt.

Außerdem sind noch folgende Vorteile aufzuzählen:
• Naturnahe Ernährung und damit optimale Versorgung mit Nährstoffen, Proteinen und Fett
• Wissen um die Inhaltsstoffe der BARF-Mahlzeit
• Gesundes Magen- und Darmmilieu und damit ein starkes Immunsystem
• Optimale Versorgung aller Organe mit natürlichen Substanzen für einen gesunden Stoffwechsel, Zellerneuerung und eine natürliche Entgiftung
• Weniger Übergewicht, gesündere Haut, Vorbeugung gegen Allergien und chronische Erkrankungen wie z.B. Niereninsuffizienz oder Diabetes
• Geringe Futtermenge, dadurch geringere Belastung des Organismus, für die Verdauung wird weniger Energie benötigt
• Deutlich reduzierte Kotmenge. Gesunde Verdauung ohne Geruchsbelästigung
• Natürliche Abwehr gegen Parasiten durch gesundes Immunsystem (veränderter Körpergeruch)
• Ausreichende Versorgung mit Wasser und somit eine Vorbeugung für Nieren- und Steinerkrankungen wird gewährleistet
• Ausschlussdiät bei Lebensmittelallergie lässt sich leicht durchführen
• Gesundes Katzengebiss – weniger Zahnbelag, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen

Wenn Sie Ihre Katze mit Rohfleischmahlzeiten füttern, sorgen sie außerdem dafür, dass Ihr Tier die bestmöglichste Gesundheitsvorsorge erhält, die möglich ist. Gebarfte Katzen sind von Natur aus geschützt vor den durch industriell gefertigter Nahrung erworbenen „Zivilisationskrankheiten“. Das heißt nicht, dass eine mit Rohfleisch ernährte Katze nicht auch eine (chronische) Erkrankung erwirbt… Dennoch ist die Rohfleischernährung die der Natur am nächsten stehende und gesündeste Ernährung für unsere Fellnasen!

Vielleicht haben Sie bemerkt, liebe Leser und Leserinnen, dass ich mich für dieses Thema regelrecht „verkämpfen“ könnte ;-) Ich hoffe, ich konnte Sie ein Stück weit mitnehmen in meine Überzeugung.
Im nächsten Beitrag lesen Sie von mir über die aktuellsten Entwicklungen zum Thema Fix-BARF!

Wenn Sie ein Wunschthema haben, das Sie gerne behandelt wissen möchten, dann greife ich das gerne auf und schreiben einen Blog-Beitrag darüber! Melden Sie sich einfach über petra.von.quillfeldt@ebarf.de , ich freue mich auf Ihre Anregung.

Bis zum nächsten Mal
Ihre Petra von Quillfeldt

*Alle Preise inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten.