Fix-BARF – woher weiß ich eigentlich, was da drin ist (an Supplementen und in welcher Menge)?

Liebe Leserinnen und Leser,

immer wieder erreichen mich Anfragen nach den fehlenden Mengenangaben bei den Supplementen in meinen Fix-BARF-Menüs. Das will ich heute aufgreifen und ein wenig näher erklären.

Die Deklaration der Menüs ist für die Anteile der Mengen an Fleisch und Innereien ganz klar und eindeutig. Für die Supplemente gilt: Alles, was in der Menge kleiner als 3 % der Inhaltsstoffe ist, muss nicht im Detail (also in der exakten Menge) deklariert sein. Soweit die gesetzlichen Vorgaben. Viele Kunden möchten nun aber genau wissen, wie viel zum Beispiel an Seealgenmehl denn nun drin ist. Es gab verschiedene Überlegungen dazu:

  • Die Aussage alleine, wie viel von einem Supplement im Menü enthalten ist, gibt noch keine Auskunft darüber, wie viel im Gesamtmenü z. B. bei Seealgenmehl und dem Fix-BARF-Menü Pute/Seelachs an Jod enthalten ist

  • Ebenfalls unklar bleibt bei einer genauen Angabe vom Supplement nach welcher Bedarfstabelle die Berechnung vorgenommen wurde

  • Und ein dritter Aspekt von meiner Seite her: die Marke Fix-BARF will geschützt sein, Nachahmer gibt es viele, eine genaue Rezeptur (die viel Arbeit von vielen Akteuren zur Umsetzung benötigt) öffnet diesen Tür und Tor. Fix-BARF ist jedoch einzigartig – und das soll es auch bleiben!

Aber natürlich möchten Sie wissen, mit welchen Zahlen und Bedarfsmengen ich meine Rezepte erstelle. Alle Rezepte sind übrigens von mir selbst berechnet und ohne einen der im Internet erhältlichen Kalkulatoren erarbeitet, da keiner dieser Kalkulatoren zuverlässig korrekt arbeitet. In wenigen Monaten ist ein eigener BARF- Kalkulator auf ebarf.de erhältlich, der programmiert als Lizenz zum Onlinegebrauch erhältlich sein wird und – so der Plan – fehlerfrei berechnet.

Als Grundlage für die Nährwerte dient mir der Bundeslebensmittelschlüssel und ergänzend der Große Souci / Fachmann / Kraut (Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen). Dazu kommen Daten aus verschiedenen Studien oder Veröffentlichungen z.B. zum Nährstoffgehalt von Fischen aus Aquakultur (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel) oder zu Taurinwerten aus einer amerikanischen Studie zum Tauringehalt in Futterfleisch für Tiere.

Die Bedarfswerte beziehe ich aus dem Fachbuch für Katzenkrankheiten Marian C. Horzinek, Hans Lutz, Vera Schmidt (Herausgeber) die auf Grundlage der Studien der veterinärmedizinischen Universität Zürich beruhen. Auf Nachfrage an der Universität erhielt ich die Antwort, dass dies die aktuellsten Zahlen seien. Eine Abweichung zu diesen Zahlen der Uni Zürich verwende ich nur – angelehnt an Horzinek – bei den Jodwerten. Lt. Wanner beträgt der Bedarf 0,05 mg, lt. neueren Studien (Horzinek) liegt dieser jedoch nur bei 0,015 mg. Diese Zahlen sind alle öffentlich und können von Ihnen – gerade auch im Bereich der eigenen Rohfleischfütterung – zur Rezepterstellung herangezogen werden. Die Supplemente sind Nährstoff-Ergänzungen dieser Werte bis zum Bedarfswert unter Berücksichtigung aller anderen Inhaltsstoffe, die sich ebenfalls auf die Berechnung auswirken. Sagen wir mal, das Seealgenmehl enthält außer Jod auch Eisen, so verringert sich der Anteil an Blut, das im Menü enthalten ist.

Jedes Menü ist einzeln so berechnet. Für jedes Menü wurde deshalb eine eigenen Nährstoff-Mischung zusammengestellt. Gerade so, als wären Sie in einem meiner Seminare und bereiten eine BARF-Mahlzeit nach der Methode BARFen mit Supplementen zu.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Magnesium nicht supplementiert werden muss, bin ich der Meinung, dass dies sehr wohl der Fall ist. Es wird häufig angemerkt, dass das zusätzlich verwendet Wasser diesen Bedarf an Magnesium ausgleiche. Nach Recherche der Wasserwerte in den Wasserwerken bin ich überrascht gewesen, wie wenig Magnesium im Trinkwasser enthalten ist. Das reicht bei weitem nicht aus, um die fehlende Bedarfsdeckung zu gewährleisten. Magnesium ist jedoch ein wichtiger Mitspieler im Kalium/Natrium-Haushalt. In den Fix-BARF-Menüs wird dieses Mineral bedarfsdeckend ergänzt.

Ebenso wird das Kalium bei uns in Deutschland nicht bedarfsdeckend ergänzt. Aus amerikanischen Studien weiß man aber, dass dies wichtig ist – zumal dann ja auch das Natrium unterdosiert bleibt, weil nach gängiger Praxis das Kalium/Natrium-Verhältnis berechnet wird – ausgehend vom (zu niedrigen) Kaliumwert. In den Fix-BARF-Menüs wird das Kalium bedarfsdeckend supplementiert und dann das Natrium ergänzt bis zu einem Verhältnis von 2/1 (rechnerisch).

Das Calcium/Phosphor-Verhältnis beträgt bei allen Menüs 1,1-1,2/1 (rechnerisch).

Apropos rechnerisch: Ich werde immer wieder gefragt, wie genau müssen die die Supplemente berechnet werden, kann ich denn ab und zu ein Leckerlie oder ein extra Stückchen Fleisch meiner Katze geben? In vielen Foren wird hartnäckig verbreitet, dass es auf jeden Fall schädlich ist für die Katze, wenn sie etwas extra bekommt, weil das vor allem das Calcium/Phosphor-Verhältnis durcheinanderbringt. Meine Meinung dazu ist folgende: Das wichtigste bei der Fütterung von Rohfleischmahlzeiten ist die Abwechslung. Damit erst ist eine ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen und vor allem auch Spurenelementen, die wir nicht berechnen, gewährleistet. Daneben können wir gar nichts exakt berechnen, jedes Futtertier – und wenn es z.B. aus dem gleichen Stall stammt – hat ein anderes Nährstoffspektrum. Im Großen Souci/Fachmann/Kraut z.B. kann man nachlesen, wie breit die Werte oft auseinandergehen. Wir nehmen die Mittelwerte zur Berechnung, ohne zu wissen, ob diese auch ganz genau stimmen. Das können wir nur ermitteln, indem wir eine teure Analyse durchführen lassen und diese gilt dann aber auch wieder nur für dieses eine Tier, das verfüttert wird.

Ein weiterer Aspekt bei dieser Sache ist die jeweilige Verwendung unterschiedlicher Bedarfstabellen. Diese stammen aus England, den USA und aus der Schweiz. Je nachdem, wer welche Tabellen verwendet, hat auch andere Berechnungsgrundlagen. Und schon ist das schön gedachte Rechenmodell wieder ad absurdum geführt. In meiner Praxis habe ich immer wieder Tiere, die an einer Futtermittelallergie leiden und viele Monate oft eine Ausschlussdiät durchführen müssen, bei der außer Taurin zunächst nichts supplementiert wird. Auch hier stimmt nichts, was rechnerisch so sein müsste. Ich mag damit nur sagen: Es gibt keine „Garantie“ auf eine „korrekte“ Berechnung. Diese erfolgt immer aufgrund des ausgewählten Bedarfsmodelles und den jeweiligen Quellen der Nährstoffangaben und deren Mittelwerten. Also geben Sie getrost ein – natürlich gesundes – Leckerlie und auch mal ein Stück Fleisch oder Fisch (thiaminasefrei). Wir Menschen gehen auch nicht mit Nährstofftabellen durch`s Leben.

Ich garantiere Ihnen, dass alle Fix-BARF-Menüs nach der oben genannten Vorgehensweise und den genannten Grundlagen und Quellen berechnet und hergestellt wurden!

Da es beim Thema BARFen unterschiedliche Meinungen gibt, was gut und was weniger gut für Katzen ist, versuche ich einen Kompromiss zu finden bei der Konzeption der Fix-BARF-Menüs: Es wird im Gesamtsortiment Menüs geben, die ausschließlich mit natürlichen Supplementen ergänzt sind, solche, bei denen Mischungen von synthetischen und natürlichen Quellen enthalten sind und ebenso solche, die rein synthetisch/chemisch supplementiert werden.

Im nächsten Blogbeitrag berichte ich Ihnen von den Inhaltsstoffen industriell hergestellter Katzenfutter, vom Sinn und Widersinn vom Trockenfutter und warum die Rohfütterung eine wirkliche Alternative ist.

Wenn Sie ein Wunschthema haben, das Sie gerne behandelt wissen möchten, dann greife ich das gerne auf und schreiben einen Blog-Beitrag darüber! Melden Sie sich einfach über petra.von.quillfeldt@ebarf.de , ich freue mich auf Ihre Anregung.

Bis zum nächsten Mal
Ihre Petra von Quillfeldt

FixBARF®
 
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